Das Nebelmännli und seine Legenden

Nebel ueber wald

Rund um den Bodensee und darüber hinaus, gibt es eine Legende vom Nebelmännli – dem Nebelmännchen in verschiedenen Methoden.

Der Nebel ist in unserer Region ein häufig vorkommendes Naturerlebnis, und klar, auch in der Schweiz kennt man den Nebel. Vor allem im Herbst hängen die Wassertröpfchen in der Luft und machen sie undurchsichtig. Schon immer war der Nebel dem Menschen unheimlich, davon berichten antike Quellen. Auch Caesar, sowie vermutlich all seinen Soldaten, war der viele Nebel hierzulande unheimlich.

So finden sich hier immer wieder ähnliche Storys vom Nebel und dem Wesen, das ihm innewohnt. Wovon aber niemand weiß, auch nicht ein gewisser Adliger oder je nach Story eben auch die Kühe. Die älteresten Überlieferungen sind aus dem Frühmittelalter, also zu alemannischer Zeit. Aber es ist auf Grund der Story auch anzunehmen, dass es eine Überlieferung der Kelten gewesen sein.

Bei der Geschichte geht es um die verlorene Zeit, denn die Zeit im Nebel vergeht schneller als in der realen Welt. Das entspricht der keltischen Vorstellung, dass man an Samhain (Halloween) in einer gefährlichen Welt lebe. Denn an diesen meist nebligen Tagen (die Kelten feierten drei Tage) im Übergang von Oktober zu November, war es möglich in Zwischenwelten zu fallen. So gibt es in Irland die Geschichte, dass ein Mann in eine Höhle ging und subjektiv nur fünf Minuten weg war. Als er aber heraus kam, war er aber um Jahrzehnte gealtert und sein Jugendfreund war ein alter Mann.

Christen und Nebelmännle

Mit dem Aufkommen des Christentums versuchte man diesen Glauben zu zerstreuen und schon gab es einen Heiligen, den Ncwwelpatron mit dem Namen Deodat (von Gott gegeben), der den dicksten Nebel mit seinem Stab teilen konnte. In anderen Regionen wird die St. Sophie die christliche Wunderwaffe gegen den Nebelmann. Aber andererseits versucht man den  heidnischen Aberglaube zu assimilieren. Wohl diente der Brauch ursprünglich der Fruchtbarkeitsgötter und im Laufe des Christentums wurde es ein Läuten um Hexen abzuwehren. In manchen Regionen wird die Kirchenglocke geläutet, um schlechtes Wetter abzuwenden, sei es Hagel oder Blitz und Gewitter.

Nebelmännle in Schwaben

Das Nebelmännle gibt es auf am Nordufer des Bodensees, so vor allem bei Bodmann (Ludwigsburg) und am Federsee, einem großen See auf halber Strecke zwischen Bodensee und Ulm. Das Nebelmännle fand sogar Einzug in die schwäbisch-alemannische Fasnet, die Bosköpfe.

Auch hier ist eine Sagengestalt die im Nebel wohnt. Als der Ritter von Bodman durch die Botanik reiste, wohl sieben Jahre, traf er ein kleines Männle, er wollte den Ritter aufnehmen. Er servierte ihm Essen und Wein, und beim Wein meinte der Ritter, er schmecke wie von seinen Reben. Das bejahte das Männle und der Ritter frage verwundert, woher er ihn habe. Da gab sich der Mann als das Nebelmännle zu erkennen.

Sie machten einen Handel, wenn er das Läuten unterlassen würde, würde das Nebelmännle seinen Wein schützen. Das Nebelmännle riet ihm nach Hause zu gehen und so tat es der Ritter. Dort feierte seine Verwandtschaft immer wieder und der Legende nach auch im Jahr 1307, als sie so in Feierlaune waren, dass sie vom heranziehenden Gewitter keine Notiz nahmen. Die Diener kamen herbei und warnten vor Feuerkugeln und Feuerstrahlen, die vom Himmel herabstürzten. Eine Strafe Gottes für die exzessiven Partys? Die Feuerkugeln setzten die Burg in Brand und nur ein Kind entkam dem Feuer. Der Ritter fand nur noch eine Ruine vor und beschloss sie nicht mehr aufzubauen.  Fortan wurde kein Glöckchen mehr geleutet, wenn der Nebel aufzog.

Die Burg, der damaligen Zeit war vermutlich im heutigen Hohenbodman. Die Burg wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört, nur ein Turm steht dort heute noch.

Vom Federsee hat man sogar eine Überlieferung gefunden: Ein Graf von Stadion suchte nach dem irdischen Paradies und zog mit zwei Dienern aus. Nach sieben Jahren verirrte er sich im Wald und traf auf eine hohe Mauer. Er half seinem Diener drüber zu blicken, doch der sprang hinter die Mauer und war weg. Der zweite machte es genau so, so war der Graf allein. Er sah ein Licht und ging darauf zu, eine alte Frau wollte ihn verjagen, ihr Mann sei ein Menschenfresser. Er bettelte um Unterkunft und die Frau ließ ihn herein, doch der Mann der Frau entdeckte ihn.

Sie machten einen Handel, wenn der Graf das Nebelglöckle nicht mehr leuten würde, würde ihn der Mann noch rechtzeitig vor der Hochzeit seiner Frau mit einem Neuen nach Hause bringen. Auf dem Weg dahin, gab er sich als Nebelmännle zu erkennen und erklärte, dass die Glocke ihn jedes Mal am Kopf treffen würde.

Nebelmännchen im Elsaß

Ja, die Legende hat es weit gebracht, wobei es unsicher ist, dass dass Nebelmännli und das Newwelmännel dieselben sind. Aber auch hier spielt eine Glocke (Newwelgleckel) eine Rolle. Denn hier hat man es geläutet, um das Newwelmännel loszuwerden. Denn von ihm kommt der Nebel. Er mag das Läuten nicht und außerdem treffe man seinen Kopf mit der Glocke.

Nebelmännli in der Schweiz

In der Schweiz ist es das Nebelmännli und die Variante ist anders. Das Nebelmännli ist der personfizierte Nebel. Der Nebel betrifft hier die Kuhhirten. Das Nebelmännli ist ein in weißer Wolle gekleidetes Männchen mit grauem Bart und durchstreift die Wiesen. Mit Hut und Holzschuhen, soll es altbachen des Wegs kommen und eine Tasche tragen. Wenn es auftaucht ruft es die Kühe zum Salzlecken. Doch die Kühe reagieren nicht auf ihn und so verschwindet er wieder, verärgert. Er jodelt auch zu weilen, doch erspäht man ihn nie wirklich. Wenn man es versucht, schlägt der Nebel zu und bewässert das Gesicht, und man hat einen geschwollenen Kopf.

Der Legende nach, war es einmal ein korrupter Hirt, der verdammt ist seine Herde zusammen zu bekommen. Denn er hatte Unrecht über die Kühe gebracht. Quelle

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