Glienicker Brücke – Übergang im Kalten Krieg

Glienicker Brücke

Die Glienicker Brücke ist eine ganz besondere Sehenswürdigkeit in Berlin, bzw. an der Grenze zu Potsdam.

Die Glienicker Brücke ist einer von drei Möglichkeiten von Berlin (West) nach Potsdam zu kommen, was ja vor 1990 in der DDR lag. Diese Brücke war die Bühne für so einige Dramen des Kalten Krieges und nicht erst heute Set für Dreharbeiten über den Kalten Krieg.

Schon im 17. Jahrhundert stand an dieser Stelle eine Brücke, die über die Havel führte und noch heute führt. Den Namen hat sie von dem nahegelegenen Schloss, das vormals eine Ortschaft war: Klein Glienicke. Bis ins 20. Jahrhundert wechselten sich insgesamt vier Brücken ab. Die vierte steht heute noch und wurde 1906 erbaut, wenn auch stark renoviert nach dem Krieg 1947 bis 1949.

Seit 1952 ist die Brücke wegen ihrer Ost-West-Verbindung gesperrt worden. Zwischendurch war sie auch ein Mal Druckmittel der DDR-Führung, denn ausstehende Reparaturen in den 1970er Jahren sollten von der Westseite finanziert werden. Nachdem die Brücke erstmal ein paar Tage dicht war, fanden sich westliche Gelder. Diese Brücke hatte auch einen Fluchtversuch erlebt, und zwar mittels eines Lkws durchbrachen sie die Grenzanlagen – den drei Menschen gelang die Flucht in den Westen.

Aber der Grund für ihre Berühmtheit ist der Kalte Krieg. An dieser Brücke wurden, soviel man heute weiß, drei Mal Agenten zwischen Ost und West ausgetauscht. So, wie man sich das in einem Agententhriller vorstellt (diese haben ihre Inspiration vielleicht von der Glienicker Brücke), wanderten die gegenerischen Agenten zum jeweils anderen Ende der Brücke – Ost-West und West-Ost. Die Brücke wurde wegen ihrer Lage ausgewählt und so lautet der englische Name hierfür immernoch „bridge of spys“ – also Spionenbrücke.

Zunächst tauschte man die Gefangenen gegen die eigenen Leute im Februar 1962 aus: Einen sowjetisches Oberst Abel gegen einen US-Piloten Gary Powers. Dieser war zwei Jahre zuvor mit seinr U2 abgeschossen. Abel war über 10 Jahre Agent in den USA und sorgte mit anderen dafür, dass die Sowjetunion an die Pläne zum Bau einer Atombombe kamen.

Im Jahr 1985, im Juni, kam es auf der Glienicker Brücke erneut zu einem Austausch. Dabei wanderten 23 verdeckte Agenten des CIA nach Westen, während vier Ost-Spione nach Osten gingen.

Und schon ein dreiviertel Jahr später gab es einen erneuten Austauch, den dritten und damit Letzten. Im Februar 1986 wurden Bürgerrechtler aus der Sowjetunion, der DDR und aus Tschechien, sowie ein BRD Bürger ausgetauscht. Dagegen erhielt der Osten fünf Gefangenen des Westens. KGB Agenten aus der Tschecheslowakei und der Sowjetunion. Der Ablauf war so, dass zunächst nur eine Person übergeben sollte. Da überall die Medien Kameras aufgebaut hatten, entzog man dem vermeintlich westlichen Agenten, Schtscharanski, den Gürtel, was ihn vor den Medien lächerlich machen sollte. Ähnlich verfuhr man auch vor dem Volksgerichtshof in Nazi-Deutschland.

Seit dem Tag nach dem Mauerfall, also dem 10. November 1989 ist die Brücke wieder frei zugänglich für alle Personen und hat heute ein hohes Verkehrsaufkommen zu tragen. Aber es bleibt ein Symbol für den Kalten Krieg.

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